Tag Rosa Perutz

Gegen Ohne Für 7

Kunst, Avantgarde und gesellschaftliche Emanzipation

Podiumsdiskussion am Samstag, den 19.09.2009 um 16 Uhr in der Roten Flora.

Es diskutieren: Katja Diefenbach (Theoretikerin, b_books, Berlin)*, Till Gathmann (Künstler, Leipzig), Rosa Perutz (antinationale Organisierung in der Kunst) und Kerstin Stakemeier (Kunsthistorikerin, Berlin). Moderation: Roger Behrens (Hamburg)

* Katja Diefenbach hat uns leider kurzfristig aus persönlichen Gründen abgesagt. Sie wird vertreten vom Autor und Filmemacher Stephan Geene (b_books, Berlin).

Ankündigungstext:
»Aufgabe von Kunst heute ist es, Chaos in die Ordnung zu bringen.« Mit dieser Formulierung Theodor W. Adornos ist festgehalten, was das dezidierte Interesse der Linken an Malerei, Theater, Film, Musik, usw. begründen sollte. Zwar wird das mitunter im abstrakten Bezug auf die Kunst diskutiert, doch bleibt das konkrete gesellschaftliche Verhältnis der Linken zur Kunst, zur künstlerischen Produktion, zum Kunstbetrieb diffus, und zwar ganz im Gegensatz zu Adornos Diktum: Geht es um die »eigene«, dem »Subkultur«-Selbstverständnis nach für »links«, also für »politisch« erklärte Kunst wie z.B. Punk, Hip Hop, Streetart oder Szenemoden werden die Kunst und die Künste meist nur naiv, bestenfalls sentimentalisch begriffen. »Kunst« bringt so vor allem Ordnung in die eigene linke Lebenswelt. Geht es hingegen um die mit dem bürgerlichen Hochkulturbetrieb identifizierten Künste, übt man sich in verächtlicher Distanz oder stumpfer Gleichgültigkeit. Die Künste gelten bloß als Teile der gesellschaftlichen Gesamt-Ordnung, blasierte Verlängerungen von Sektempfängen und Auktionen, Opernbällen und Literaturabenden, sofern man nicht gerade selbst an ihnen konsumierend teilnimmt. Damit einher gehen Ressentiments gegenüber einer angeblich verblödenden Massenkultur, deren Beispiele – seien es Michael Jackson oder Harry Potter, Lady Gaga oder James Bond – austauschbar bleiben, solange das Grundverdikt unberührt bleibt, dass es sich hierbei selbstverständlich um Pseudokunst und Kitsch handelt.

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Kritikmaximierung Hamburg