Tag Antisemitismus

Zu den islamistischen Bedrohungen gegen die Jüdische Gemeinde Pinneberg 0

Freitag, 28. Januar 2011 / 20 Uhr / Hafenvokü

Mit Erschrecken und Wut haben wir, antifaschistische Gruppen und Einzelpersonen aus Hamburg, von den Gewaltdrohungen gegen Wolfgang Seibert, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Pinneberg und engagierter Antifaschist, erfahren. Der Pinneberger Islamist Harry Machura hatte über das Internet zu Gewalt gegen Wolfgang aufgerufen und ihn als »dreckigen Juden« beschimpft.

Weiter hieß es auf Machuras Homepage: »Und an Wolfgang Siebert möchte ich sagen pass auf das Allah dich nicht schon im diesseits straft mit dem Tod das ist keine drohung von mir sondern von Allah dem ALLMÄCHTIGEN.« Auf seiner Website bezieht Machura, der sich selbst »Isa al Kattab« nennt, sich positiv auf radikale jihadistische Gruppen in aller Welt und verherrlicht ihren »heiligen Krieg«. Seine Drohungen richteten sich auch gegen die Hamburger Imamin Halima Krausen – Gott möge sie »rechtleiten oder zerfetzen«. Wir nehmen diese Drohungen ob ihrer mörderischen Sprache sehr ernst. Polizei und Staatsschutz haben sich schnell in die Vorgänge eingeschaltet. Die Wohnung von Harry Machura wurde durchsucht, seine Website abgeschaltet. Kurze Zeit später erreichte Wolfgang jedoch am 26. Januar 2011 wieder eine E Mail, in der es heißt: »Wir werden weiter machen und sagen dir wenn du versuchst nochmal den Islam anzugreifen glaube mir denn werden wir 100 mal härter angreifen.« Die islamistische Website ist mittlerweile wieder im Netz abrufbar.

In den letzten Jahren gab es bereits eine Reihe von antisemitischen Bedrohungen und Anschlägen gegen die Jüdische Gemeinde Pinneberg, jedes Mal aus dem Spektrum Pinneberger Neonazis. Wir wollen klarstellen, dass jegliche Bedrohungen von Jüdinnen und Juden und jeder Antisemitismus, ob von IslamistInnen oder Nazis, auch als Angriff gegen jede emanzipative Bewegung gewertet werden muss. Wir finden es unerträglich, wenn Jüdinnen und Juden in Angst leben müssen.

Wir solidarisieren uns mit der Jüdischen Gemeinde Pinneberg und werden entschlossen solchen Vorgängen entgegentreten. Es ist für die radikale Linke und alle antifaschistischen Kräfte an der Zeit, sich solidarisch mit der Jüdischen Gemeinde Pinneberg zu erklären und konkrete Solidaritätsarbeit zu organisieren. Einen ersten Schritt in diese Richtung wollen wir gemeinsam mit Wolfgang am Freitag, 28. Januar 2011, ab 20 Uhr mit einer Diskussionsveranstaltung in der Hafenvokü gehen. Es soll darum gehen, die Situation zu analysieren und zu diskutieren, wie die radikale Linke ob einer solchen Bedrohung solidarisch agieren kann.

Solidarität mit der Jüdischen Gemeinde Pinneberg und mit Wolfgang Seibert! Gegen jeden Antisemitismus!

Pressereaktionen unter anderem in der taz und dem Tagesspiegel

Es darf keine antisemitische Filmzensur in Hamburg geben! 0

Was sich am Sonntag den 25.10.2009 zwischen 14 und 16 Uhr in der Hamburger Brigittenstraße ereignete, ist schier unfassbar. Das dort ansässige Kino B-Movie wollte in Kooperation mit einer linken Initiative den Film »Warum Israel« von Claude Lanzmann vorführen. Dies hat eine Gruppe von Antiimperialisten und Israelhassern aus dem, im Vorderhaus des Kinos gelegenen, »Internationalistischen Zentrums B5« mit Drohung, Beleidigung und Gewaltanwendung verhindert. continue reading »

Schluss mit dem Theater! Paradise No! 0

»Und ich legte die Geldrolle auf einen kleinen Wandtisch im Korridor, neben dem ihr Stuhl angelangt war, verbeugte mich und ging. ’Solch ein Unsinn!’ hörte ich die Bábuschka mir nachrufen.«
– Dostojewski

Zehn Euro. Dafür bekommt man zwei warme Mahlzeiten in einer beliebigen Pizzeria auf dem Schulterblatt, Blumen für die Liebsten, ein Buch oder eine Flasche guten Wein. Man kann sein Geld allerdings auch an einer Theaterkasse verpulvern. Vielleicht irritierender Weise hat man mit dieser Handreichung allerdings eine güldene Erkenntnis entgegen zu nehmen: Der Erwerb einer »Paradise Now«-Eintrittskarte war bzw. wäre eine der dümmsten Optionen des Warentauschs.
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Kritikmaximierung Hamburg