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	<title>Kritikmaximierung Hamburg &#187; Veranstaltungen</title>
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		<title>‏Veranstaltungsreihe zur Kritik des Realsozialismus</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Mar 2010 17:14:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kritik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[AK Stalin hat uns das Herz gebrochen]]></category>
		<category><![CDATA[Hannes Gießler]]></category>
		<category><![CDATA[Realsozialismus]]></category>

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		<description><![CDATA[»Die Dummheit der Kommunisten halte ich für kein Argument gegen den Kommunismus« (Ronald M. Schernikau) Das Zitat, das unserer Veranstaltungsreihe voran gestellt ist und ihr als Motto dient, stammt von dem Schriftsteller Ronald M. Schernikau, der sich noch 1989 in jene DDR einbürgern ließ, die er für das »schönste Land der Welt« hielt. Dieses Imago teilten unzählige [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>»Die Dummheit der Kommunisten halte ich für kein Argument gegen den Kommunismus« </strong><br />
(Ronald M. Schernikau)</p>
<p>Das Zitat, das unserer Veranstaltungsreihe voran gestellt ist und ihr als Motto dient, stammt von dem Schriftsteller Ronald M. Schernikau, der sich noch 1989 in jene DDR einbürgern ließ, die er für das »schönste Land der Welt« hielt. Dieses Imago teilten unzählige Linke diesseits des ›Eisernen Vorhangs‹. In der Zeit der Blockkonfrontation war der realexistierende Sozialismus gleichsam Bezugspunkt und Projektionsfläche: er wurde als erster Schritt in Richtung einer sozialistischen Weltgesellschaft aufgefasst oder doch zumindest als konstanter Aufschein der Möglichkeit der Überwindung des Kapitalismus wahrgenommen. Der Eindruck, den die Oktoberrevolution hinterließ und der von 1917 bis zum Ende ihres Niedergangs 1989 die linken Partei und Bewegungen weltweit prägte, ist kaum zu unterschätzen. Hingegen gaben sich undogmatische Ostlinke, AnarchistInnen und viele westlich-marxistische Theoretiker, wie z.B. die Vertreter der Kritischen Theorie, solchen Illusionen nicht hin: Stasi, Stalin, Reisebeschränkungen, Konformitätsdruck, die bloße Verwaltung der Menschen und der Terror der Gulags ließen den Glanz der Errungenschaften der Oktoberrevolution verblassen. 93 Jahre nach dem Sturm auf das Winterpalais als Beginn des realsozialistischen Versuchs und 20 Jahre nach seinem Scheitern wollen wir uns mit der Sowjetunion und der DDR beschäftigen. Was war das damals? Und welche Bedeutung hat die Realität des »Sozialismus« in seiner Theorie und Praxis für eine heutige linke Kritik? Um in dieser Frage eine Antwort vorwegzunehmen: vor dem Hintergrund einer derzeit wahrnehmbaren Kokettierung mit dem Marxismus-Leninismus, wie z.B. bei Slavoj Zizek oder Dietmar Dath, erscheint es uns sinnvoll und notwendig, dem Realsozialismus noch einmal gründlich auf den Zahn zu fühlen.<br />
<strong><br />
DO, 15.04.2010</strong> | 19 Uhr | Gängeviertel-Druckerei (Valentinskamp 39a)<br />
<strong>Verdinglichung als Bedingung von Humanität?</strong><br />
Zur Kritik der Politischen Ökonomie des Sozialismus<br />
Vortrag und Diskussion mit Hannes Gießler (Autor, Leipzig) in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Hamburg</p>
<p>Karl Marx gibt in Manuskripten zu verstehen, dass er persönlich ein Leben im versachlichten (verdinglichten) ökonomischen Zusammenhang, d.h. der kapitalistischen Gesellschaft, einem Leben in vorherigen Gesellschaftsformationen vorzieht. Die bürgerliche Gesellschaft hätte im Bereich der Produktion und Distribution sowohl unmittelbare Gemeinschaften als auch unmittelbare Herrschaft zugunsten vermittelter beziehungsweise verdinglichter Herrschaft überwunden. Die Frage, inwiefern sie unmittelbare Herrschaft und Gemeinschaft aufgehoben hat, koinzidiert mit den Fragen, was im realexistierenden Sozialismus geschehen ist, welcher Rückfall droht, wenn die kapitalistische Produktionsweise abgeschafft wird, beziehungsweise, was bei ihrer kommenden Aufhebung zu berücksichtigen wäre, um weder staatliche Herrschaft noch totalitäre Gemeinschaft heraufzubeschwören. Inwieweit muss eine Kritik der Politischen Ökonomie auf »Dinghaft Entmenschlichtes als Bedingung von Humanität« (Theodor W. Adorno) reflektieren und sich gegen eine Entfremdungs- und Verdinglichungskritik abgrenzen?</p>
<p><strong>DI, 27.04.10</strong> | 19 Uhr | Gängeviertel-Druckerei (Valentinskamp 39a)<br />
Filmvorführung: »<strong>Stalin hat uns das Herz gebrochen</strong>«<br />
Danach Vortrag und Diskussion mit dem »AK Stalin hat uns das Herz gebrochen« (Berlin)</p>
<p>Der Film, der im Jahr 2000 von Minka Pradelski und Eduard Erne realisiert wurde, erzählt zunächst von der Hoffnung, die jüdische KommunistInnen mit der jungen DDR verbanden und zeigt schließlich die Trauer und die große Enttäuschung, die das Erleben der stalinistischen Säuberungen für sie mit sich brachte. Nach der Filmvorführung schließt sich ein Vortrag des Berliner »AK Stalin hat uns das Herz« gebrochen an, der sich mit den Schattenseiten des Realsozialismus, konkret mit dem Antisemitismus in der DDR beschäftigen wird. Dabei soll es auch um die Realsozialismus-Rezeption des »wiedervereinigten« Deutschlands gehen, in der Nationalsozialismus und Realsozialismus als sogenannte »doppelte Vergangenheit« totalitarismustheoretisch vermengt werden und darüber eine Relativierung nationalsozialistischer Verbrechen stattfindet. Im Anschluss an das Referat besteht Möglichkeit zur Diskussion.</p>
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		<title>Kunst. Linke. Gesellschaftliche Emanzipation.</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Mar 2010 19:23:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kritik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Avantgarde]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf Einladung der Associazione Delle Talpe werden wir am Samstag 24.04. in Bremen zu Gast sein, um über Kunst und gesellschaftliche Emanzipation zu referieren und zu diskutieren. Wir freuen uns auf den Ausflug. &#8220;In der wirklichen Bewegung möglicher Emanzipation wäre die politisierte Kunst die, die weder Politik noch Kunst mehr ist.&#8221; Das Verhältnis der Linken [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf Einladung der <a href="http://associazione.wordpress.com/">Associazione Delle Talpe</a> werden wir am <strong>Samstag 24.04.</strong> in <strong>Bremen</strong> zu Gast sein, um über Kunst und gesellschaftliche Emanzipation zu referieren und zu diskutieren. Wir freuen uns auf den Ausflug.</p>
<p><em>&#8220;In der wirklichen Bewegung möglicher Emanzipation wäre die politisierte Kunst die, die weder Politik noch Kunst mehr ist.&#8221;</em></p>
<p>Das Verhältnis der Linken zur Kunst ist meist ambivalent: man will sie und man will sie nicht. Selten nähert man sich der Kunst theoretisch, ist diese doch immer ein wenig befremdlich für die meisten Linken. Sie haben ähnlich wie zur Musik ein relativ taktisches Verhältnis zur Kunst: Kunst ist gewollt, aber meist nur als künstlerische Propaganda oder als Ästhetisierung des Politischen. Wie ist das Verhältnis der politischen Linken zur Kunst, welches Verhältnis hat die Kunst zur Linken? Welches Potential einer kritischen Reflektion auf Gesellschaft und das Individuum liegt in der speziellen Form der Kunst? Welche Versuche in der Kunst gab und gibt es, gesellschaftliche Emanzipation vorzubereiten? Welche Formen der Intervention sind mittels Kunst möglich?</p>
<p>Zu den aufgeworfenden Fragen zur Kunst, der Linken und zu gesellschaftlicher Emanzipation referieren und diskutieren zwei Vertreter der Gruppe Kritikmaximierung [Hamburg]</p>
<p>In der <strong>Bel Etage [Spedition Bremen]</strong> am Güterbahnhof um 20Uhr. Im Anschluss Party.</p>
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		<title>Kino: Warum Israel</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Oct 2009 13:28:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kritik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Claude Lanzmann]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[Kino]]></category>

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		<description><![CDATA[Warum Israel (Originaltitel: Pourquoi Israel) 1972, 185 min., von Claude Lanzmann am 25.10. um 15 Uhr im B-Movie (Brigittenstr.) »Pourquoi Israel« ist keine Frage, sondern eine Antwort. Der französische Regisseur und Antifaschist Lanzmann versucht mit filmischen Mitteln zu ergründen, was es bedeutet, in einem jüdischen Staat zu leben, der vor allem ein sicherer Hafen für [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Warum Israel</strong> (Originaltitel: Pourquoi Israel)<br />
1972, 185 min., von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Claude_Lanzmann">Claude Lanzmann</a></p>
<p><strong>am 25.10. um 15 Uhr im <a href="http://www.b-movie.de">B-Movie</a> (Brigittenstr.)</strong></p>
<p>»Pourquoi Israel« ist keine Frage, sondern eine Antwort. Der französische Regisseur und Antifaschist Lanzmann versucht mit filmischen Mitteln zu ergründen, was es bedeutet, in einem jüdischen Staat zu leben, der vor allem ein sicherer Hafen für Verfolgte und Überlebende der Shoah war und noch heute eine Zufluchtsstätte vor dem weltweit grassierenden Antisemitismus ist. Lanzmanns roter Faden ist die Frage nach der »Normalität« in einer Gesellschaft, deren a-normaler Kern die Erfahrung der Ermordung der europäischen Juden ebenso ist, wie die ständige äußere Bedrohung. Dieser Schatten wirft sich auf den Alltag von sieben Millionen EinwohnerInnen des Landstrichs zwischen Haifa und Eilat, die Lanzmann mit seinen Fragen und seiner Kamera begleitet. Dem Film vorangestellt wird eine kurze Einführung durch die Veranstalter. Im Anschluß an »Warum Israel« wird es Raum zur Diskussion geben.</p>
<p>Kritikmaximierung Hamburg in Kooperation mit dem B-Movie.<br />
<strong>Achtung: Zeitumstellung in der Nacht vor der Filmvorführung.</strong></p>
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		<title>Gegen Ohne Für</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Aug 2009 17:23:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kritik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Avantgarde]]></category>
		<category><![CDATA[Katja Diefenbach]]></category>
		<category><![CDATA[Kerstin Stakemeier]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Roger Behrens]]></category>
		<category><![CDATA[Rosa Perutz]]></category>
		<category><![CDATA[Till Gathmann]]></category>

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		<description><![CDATA[Kunst, Avantgarde und gesellschaftliche Emanzipation Podiumsdiskussion am Samstag, den 19.09.2009 um 16 Uhr in der Roten Flora. Es diskutieren: Katja Diefenbach (Theoretikerin, b_books, Berlin)*, Till Gathmann (Künstler, Leipzig), Rosa Perutz (antinationale Organisierung in der Kunst) und Kerstin Stakemeier (Kunsthistorikerin, Berlin). Moderation: Roger Behrens (Hamburg) * Katja Diefenbach hat uns leider kurzfristig aus persönlichen Gründen abgesagt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Kunst, Avantgarde und gesellschaftliche Emanzipation</strong></p>
<p><strong>Podiumsdiskussion am Samstag, den 19.09.2009 um 16 Uhr in der <a href="http://www.rote-flora.de">Roten Flora</a></strong>. </p>
<p>Es diskutieren: <del datetime="2009-09-15T08:43:28+00:00"><strong>Katja Diefenbach</strong> (Theoretikerin, b_books, Berlin)</del><strong>*</strong>, <strong>Till Gathmann</strong> (Künstler, Leipzig), <strong>Rosa Perutz</strong> (antinationale Organisierung in der Kunst) und <strong>Kerstin Stakemeier</strong> (Kunsthistorikerin, Berlin). Moderation:<strong> Roger Behrens</strong> (Hamburg)</p>
<p><strong>*</strong> Katja Diefenbach hat uns leider kurzfristig aus persönlichen Gründen abgesagt. Sie wird vertreten vom Autor und Filmemacher <strong>Stephan Geene</strong> (b_books, Berlin).</p>
<p><strong>Ankündigungstext:</strong><br />
»Aufgabe von Kunst heute ist es, Chaos in die Ordnung zu bringen.« Mit dieser Formulierung Theodor W. Adornos ist festgehalten, was das dezidierte Interesse der Linken an Malerei, Theater, Film, Musik, usw. begründen sollte. Zwar wird das mitunter im abstrakten Bezug auf die Kunst diskutiert, doch bleibt das konkrete gesellschaftliche Verhältnis der Linken zur Kunst, zur künstlerischen Produktion, zum Kunstbetrieb diffus, und zwar ganz im Gegensatz zu Adornos Diktum: Geht es um die »eigene«, dem »Subkultur«-Selbstverständnis nach für »links«, also für »politisch« erklärte Kunst wie z.B. Punk, Hip Hop, Streetart oder Szenemoden werden die Kunst und die Künste meist nur naiv, bestenfalls sentimentalisch begriffen. »Kunst« bringt so vor allem Ordnung in die eigene linke Lebenswelt. Geht es hingegen um die mit dem bürgerlichen Hochkulturbetrieb identifizierten Künste, übt man sich in verächtlicher Distanz oder stumpfer Gleichgültigkeit. Die Künste gelten bloß als Teile der gesellschaftlichen Gesamt-Ordnung, blasierte Verlängerungen von Sektempfängen und Auktionen, Opernbällen und Literaturabenden, sofern man nicht gerade selbst an ihnen konsumierend teilnimmt. Damit einher gehen Ressentiments gegenüber einer angeblich verblödenden Massenkultur, deren Beispiele – seien es Michael Jackson oder Harry Potter, Lady Gaga oder James Bond – austauschbar bleiben, solange das Grundverdikt unberührt bleibt, dass es sich hierbei selbstverständlich um Pseudokunst und Kitsch handelt.</p>
<p><span id="more-86"></span><br />
Seit die Linke nicht nur als politische Bewegung, sondern vor allem auch als Lebensentwurf existiert, hat es an Gegenmodellen zum bürgerlichen Kulturbetrieb und seinem Mainstream nie gefehlt. Diese Gegenmodelle blieben und bleiben jedoch weitgehend einem begrifflosen Aktionismus verpflichtet, und so formieren sie sich auch nicht reflexiv am Begriff der Kunst. »Kunst« ist auch hier nur das, was unmittelbar, subjektiv gefällt. Was man als Linke aber von der Kunst will und was man von ihr erwarten kann und darf, ist kaum thematisiert worden. Wo dies in den letzten zwanzig Jahren doch einmal passierte, blieb jeder gesellschaftliche wie ästhetische Begriff von Kunst und die Bestimmung seiner Möglichkeiten zu einer umfassenden Emanzipation unter jedem Niveau. Wie die konkrete künstlerische Produktion als radikale Praxis, blieb auch die kritische Theorie dazu eine Leerstelle.</p>
<p>Gerade das zwanzigste Jahrhundert mit seinen vielfältigen marxistischen, sozialistischen, anarchistischen Theorien zur Ästhetik und Kunstgeschichte (von Georg Lukács über Walter Benjamin, von Lu Märten über Arnold Hauser, von Clement Greenberg über Peter Bürger) bietet dabei mehr als explosiven Diskussionsstoff. Auch die künstlerisch-revolutionären Avantgarden, genannt seien hier nur Dadaismus, Surrealismus, Proletkult oder die Situationistische Internationale wurden in ihren historisch-praktischen Erfahrungen von der Linken im Hinblick auf das eigene Verhältnis zur Kunst bisher kaum reflektiert. Statt dessen ist die Suche nach dem »Politischen« sukzessive zu einer Geschmacks- und Einstellungsfrage nivelliert worden, die man bestenfalls mit Verweis auf die hygienisch kanonisierte Plattensammlung beantwortet. Statt eine Politisierung der Kunst experimentell immer wieder auf die Probe zu stellen, richteten sich viele Linke dort ein, wo die anderen längst schon gemütlich wohnten: in der allgemeinen Ästhetisierung der Politik.</p>
<p>Wie sieht es aber auf Seiten der Kunst aus? Die Frage stellt sich ernsthaft, weil ausgerechnet für die 1990er Jahre behauptet wird, es hätte auf ganzer Linie, in allen Bereichen, in allen Zonen des Kulturbetriebes eine Politisierung oder Repolitisierung der Kunst stattgefunden. Davon hat die Linke aber offenbar nicht nur nichts mitbekommen. Die Kunst und die Künste erklärten das Politische zum Thema und zu ihrer originären Domäne gerade in der Zeit nach 1989, in der Großteile der Linken sich erleichtert-erleichternd vom Politischen und der dazugehörigen radikalen Praxis verabschiedeten. Die vermeintliche (Re-)Politisierung der Kunst, die ihre Impulse zunächst weniger von außen, aus der Gesellschaft bezog, sondern auf eine quasi innerbetriebliche Krise reagierte (Stichworte: Kunstmarkt, institutionskritische Kunst), hat nunmehr eine Neupositionierung der Gegenwartskunst innerhalb der Gesellschaft gezeitigt. Verwiesen sei auf die ›Utopia Station‹, 2003, oder die ›Documenta 11‹, 2002. Ob die Wiederkehr des Politischen nun unter den Etiketten »Militant Research« oder »Reenactment« firmiert, oder wie früher irgendwas mit »Performance« oder »experimentellem Theater« zu tun hat – banal, größenwahnsinnig, pseudo-provokativ oder aggressiv-brutal wird sie gegenwärtig von sehr verschiedenen Künstlerinnen und Künstlern inszeniert, die mitunter reklamieren, dass in ihrer Spektakelkunst die »echte, wahre, wirkliche Politik« ihre so lange gesuchte Heimat gefunden habe.</p>
<p>Unterfüttert ist dies durch eine postmoderne Theorie, die das begrifflose Denken als hohe Kunst etabliert hat und für die Wahrheit Unsinn und gesellschaftliche Objektivität ein Schimpfwort ist. Das Politische gerät dabei selbst zur Kunst, wie alles Künstlerische mit Politik zusammengereimt wird. Es gilt das Prinzip der assoziativen Überbietung: Jeder darf alles, es muss nur laut genug sein. Für die Kunst bedeutet das faktisch mitnichten eine Politisierung, aber wenigstens – und finanziell ist das für die Branche nötig gewesen – eine Revitalisierung ihrer ureigensten Funktionen, die sie einst mit Beginn des bürgerlichen Zeitalters aufgetragen bekam. Sie fällt damit in den Zustand des affirmativen Charakters der Kultur zurück. Anders gesagt: Kunst darf Chaos verursachen, solange sie die allgemeine Ordnung in Ruhe lässt.</p>
<p>Bemerkenswert ist schließlich und immerhin, dass dieses Spektakel kaum Spuren in der gegenwärtigen Gesellschaft hinterlässt und alle Aufregung um diesen oder jenen Künstler (es sind eben doch wieder einmal vorwiegend als Männer definierte Personen) verflüchtigt sich rasch und ohne Rückstände. Die Ausstellungsräume werden schon für die nächste verrückte Show renoviert.</p>
<p>Das einzige, was Bestand hat ist das Bestehende selbst: die Tradition, – und dafür ist die deutsche Kunst weltmarktführend – die auch und gerade bei den Erfolgreichsten der jüngsten Wilden als kokettes Eingeständnis an Restauration und Konservatismus erkennbar wird: Das Thema »Gesellschaft« gibt es hier nur als schlechte Romantik oder gute Innerlichkeit. Vergangenheit tritt nur als offizielle auf, das heißt endgültig für vergangen erklärte. Ist man damit einverstanden, ist in der Kunst alles möglich; kann jede Revolution, Revolte und Aufstand zum brisanten Gegenstand stilisiert werden. Damit haben gerade Künstler überhaupt kein Problem, die sich ansonsten ihrer Rock-, ›68er‹-, Punk- oder Autonomen-Biographie rühmen. Und insofern gehört auch das mit zur Frage nach dem Verhältnis der Linken zur Kunst, heute.</p>
<p>Hinzu kommt, was ohnehin passiert: dass sich seit 9/11, den No-Global-Protesten von Seattle, Göteborg, Prag und Genua und den mittlerweile deutlich spürbaren Folgen der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise »das Politische« als die ganz alltäglich-konkrete »Gesellschaft«, mit der die Menschen allenthalben zu tun haben und haben müssen, der Kunst und den Künsten nahezu aufdrängt. Was in der künstlerischen Auseinandersetzung damit jedoch fehlt ist die Kritik, die ästhetische wie die politische, schließlich die praktische Kritik, die das Ästhetische und Politische zusammenführt, aufhebt. Solange bleiben die Kunst und die Linke, was sie mit den neunziger Jahren immer mehr geworden sind: höchstens Parallelen. Und solange fallen die Versuche der Linken, sich zur Welt künstlerisch zu verhalten, so geistlos und langweilig aus wie die Annäherungen der Kunst an das Politische dumm und grobschlächtig bleiben.</p>
<p>Mit unserer Veranstaltung wollen wir das Verhältnis von Kunst und gesellschaftlicher Emanzipation erneut diskutieren: Wenn die Kunst das Ende der Utopie erklärt, vermag sie dennoch gesellschaftliche Widersprüche aufzuzeigen? Kann sie Vorschein einer wirklich menschlichen Gesellschaft sein oder ist sie lediglich gute Unterhaltung? Wenn Emanzipation überhaupt eine Aufgabe der Kunst ist, wie kann dann emanzipatorische Kunst aussehen? Wenn es stimmt, dass die Avantgarde-Bewegungen gescheitert sind, ist aus ihnen trotzdem etwas mitzunehmen? Welche theoretischen Debatten um Kunst und Gesellschaft wurden in der Linken geführt und wie lassen sie sich heute aktualisieren? Inwieweit erweist sich die Möglichkeit emanzipatorischer Kunst als durch die Kulturindustrie aufgezehrt? </p>
<p>Bertolt Brecht schrieb an die kommunistischen Maler: »Wenn ihr gefragt werdet, ob ihr Kommunisten seid, so ist es besser, wenn ihr zum Beweis eure Bilder als eure Parteibücher vorzeigen könnt.« Unsere Veranstaltung ist von dem Wunsch getragen, Brechts Rat in zwei Richtungen zu aktualisieren. Wir wollen gesellschaftskritische KünstlerInnen. Das sind sie, wenn sie die Verhältnisse, die Kunst und die eigene Rolle als ProduzentInnen rückhaltlos reflektieren. Ebenso wollen wir eine Linke, die sich endlich auch einmal um Kunst und nicht um Bekenntnisse schert.</p>
<p><strong>Im Anschluss an die Veranstaltung: Konzert mit Tocotronic anlässlich des 20. Geburtstages der Roten Flora</strong></p>
<p>Die Veranstaltung wird unterstützt von:<br />
<strong><a href="http://www.jungle-world.com">Jungle World</a>, <a href="http://www.fsk-hh.org">Freies Sender Kombinat (FSK)</a> und dem <a href="http://www.beatpunk.org">Beatpunk Webzine</a></strong></p>
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		<title>Krise und Kritik</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Dec 2008 00:25:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kritik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gerhard Stapelfeldt]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Krise und Kritik]]></category>

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		<description><![CDATA[Krise und Kritik &#8211; Do, 15.01.2009 &#8211; Movimento Vortrag und Diskussion mit Gerhard Stapelfeldt (Hamburg) Im 19. Jahrhundert galten Krisen im sozialdemokratischen, anarchistischen und kommunistischen Milieu als Angelpunkte gesellschaftlich-fundamentaler Umwälzungen. Geriet die reibungslose Kapitalverwertung ins Stocken – so dachte man – würden die Menschen die gesellschaftlichen Verhältnisse als schlechte erkennen und sich umgehend an ihre [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Krise und Kritik &#8211; Do, 15.01.2009 &#8211; Movimento<br />
Vortrag und Diskussion mit Gerhard Stapelfeldt (Hamburg)</strong></p>
<p>Im 19. Jahrhundert galten Krisen im sozialdemokratischen, anarchistischen und kommunistischen Milieu als Angelpunkte gesellschaftlich-fundamentaler Umwälzungen. Geriet die reibungslose Kapitalverwertung ins Stocken – so dachte man – würden die Menschen die gesellschaftlichen Verhältnisse als schlechte erkennen und sich umgehend an ihre revolutionäre Abschaffung machen. Die Phantasie, den taumelnden Kapitalismus freudestrahlend die Treppe herunter zu stoßen, hat sich mittlerweile jedoch gründlich erledigt. Spätestens mit dem Nationalsozialismus dämmerte der Linken, dass die Verarmung und Verelendung der Massen in der Krise nicht ohne weiteres emanzipatorische Gesellschaftskritik hervorbringt. Statt der Gründung des »Vereins freier Menschen«, fanden gerade die Deutschen in der Krise als Volksgemeinschaft im Vernichtungsrausch zueinander. Mit Gerhard Stapelfeldt wollen wir diskutieren, wie es sich mit der Konstellation von Krise, Kritik und Revolution heute verhält. Diese theoretisch zu klärende Frage wird beantworten, ob die Linke derzeit tatsächlich optimistisch auf Zulauf hoffen darf.</p>
<p><strong>Die Veranstaltungsreihe zu »Krise und Kritik« wird ausgerichtet von</strong><br />
Kritikmaximierung Hamburg und der Initiative Kritische Gesellschaftswissenschaft (IKGW), in Kooperation mit der <a href="http://www.rls-hamburg.de">Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg</a>.</p>
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		<title>Im Zeichen der Krise</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Dec 2008 00:24:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kritik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Ideologie]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Krise und Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Dornis]]></category>

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		<description><![CDATA[Massenwahn und gewaltförmige Vergleichung in der Warengesellschaft. Vortrag und Diskussion mit Martin Dornis (Bündnis gegen Antisemitismus Leipzig) im Rahmen der Veranstaltungsreihe zu »Krise und Kritik«. Donnerstag, 22.01.2009 &#8211; Centro Sociale &#8211; Beginn: 19:30 Massenwahn und gewaltförmige Vergleichung in der Warengesellschaft: Die aktuelle Finanzkrise wird entweder hinsichtlich ihrer ideologischen Verarbeitung oder anhand der ökonomischen »Fakten« behandelt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Massenwahn und gewaltförmige Vergleichung in der Warengesellschaft.</p>
<p>Vortrag und Diskussion mit <strong>Martin Dornis (Bündnis gegen Antisemitismus Leipzig)</strong> im Rahmen der Veranstaltungsreihe zu »Krise und Kritik«. </p>
<p><strong>Donnerstag, 22.01.2009 &#8211; <a href="http://www.centrosociale.de">Centro Sociale</a> &#8211; Beginn: 19:30</strong></p>
<p>Massenwahn und gewaltförmige Vergleichung in der Warengesellschaft: Die aktuelle Finanzkrise wird entweder hinsichtlich ihrer ideologischen Verarbeitung oder anhand der ökonomischen »Fakten« behandelt. Vor dem Hintergrund der Marxschen Wert- und Fetischkritik soll diese, auch in den meisten linkstheoretischen Analysen enthaltene Aufspaltung, in dem Vortrag von Martin Dornis problematisiert werden. Der Kapitalismus trage – so die These des Referenten – sowohl das Moment der Krise, als auch das der Ideologie, die sich in der Krise bis zum Massenmord zuspitzen kann, von Anbeginn in sich. Warum nicht der Kommunismus, sondern die nationalsozialistische mörderische Krisenlösung in der Logik der Warengesellschaft angelegt ist, soll begründet werden. Dornis wendet sich damit gegen jede geschichtsdeterministische oder sonstwie hoffnungsfrohe Vorstellung vom Sprung aus der Krise in die befreite Gesellschaft und knüpft damit an die Überlegungen von Gerhard Stapelfeldt aus der ersten Veranstaltung an. Sternstr. 2/ Karoviertel, Beginn: 19:30 Uhr</p>
<p><strong>Die Veranstaltungsreihe zu »Krise und Kritik« wird ausgerichtet von</strong><br />
Kritikmaximierung Hamburg und der Initiative Kritische Gesellschaftswissenschaft (IKGW), in Kooperation mit der <a href="http://www.rls-hamburg.de">Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg</a>.</p>
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		<item>
		<title>Der Staat in der Krise</title>
		<link>http://www.kritikmaximierung.de/veranstaltungen/der-staat-in-der-krise/</link>
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		<pubDate>Tue, 16 Dec 2008 00:21:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kritik</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Von den Beschränkungen und Eigenarten des aktuellen Krisenbewusstseins. Vortrag und Diskussion mit Justin Monday (Hamburg) im Rahmen der Veranstaltungsreihe zu »Krise und Kritik«. Dienstag, 03.02.2009 &#8211; Golden Pudel Salon &#8211; Beginn: 19:30 Von den Beschränkungen und Eigenarten des aktuellen Krisenbewusstseins: Wenn den BürgerInnen, zumal den deutschen, in der Krise das Bewusstsein vom historischen Charakter ihres [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Von den Beschränkungen und Eigenarten des aktuellen Krisenbewusstseins. </p>
<p>Vortrag und Diskussion mit <strong>Justin Monday</strong> (Hamburg) im Rahmen der Veranstaltungsreihe zu »Krise und Kritik«. </p>
<p><strong>Dienstag, 03.02.2009 &#8211; <a href="http://www.pudel.com/pudelsalon.htm">Golden Pudel Salon</a> &#8211; Beginn: 19:30</strong></p>
<p>Von den Beschränkungen und Eigenarten des aktuellen Krisenbewusstseins: Wenn den BürgerInnen, zumal den deutschen, in der Krise das Bewusstsein vom historischen Charakter ihres Ein und Alles – des Kapitalverhältnisses – droht, erscheint ihnen die Ewigkeit des nationalen Staates als Rettung. Gewiß sind sie sich dieser Ewigkeit so, wie sie sonst glauben, ihr Nierenleiden vom Uropa mütterlicherseits geerbt zu haben. In den Absichten mögen Unterschiede bestehen zwischen LinkskeynesianerInnen, die die Krise vermittels sozialstaatlicher Umverteilung beheben wollen, und denjenigen, denen die Produktion von Gebrauchswerten ganz unvermittelt nur Mittel zum Zweck der Kapitalakkumulation ist. Bei allen Unterschieden bestehen aber unübersehbare Gemeinsamkeiten im Krisenbewußtsein, d.h. in den fetischistischen Vorstellungen vom Charakter des gesellschaftlichen Ganzen. Vor Augen steht den RepräsentantInnen des herrschenden Elends dabei vor allem dessen Kontrollier- und Steuerbarkeit durch den Staat, der als dem Kapitalverhältnis äußere Macht halluziniert wird. Handele dieser nur richtig, sei er in der Lage, die Krise zu meistern. Darüber herrscht Einigkeit, oder besser Pfeifen im Walde. In dem Vortrag soll dagegen erörtert werden, inwieweit die auf den autoritären Staat und in Deutschland auf den Nationalsozialismus zurückgehende Einheit von Staat und Gesellschaft weniger eine Entwicklungsmöglichkeit der aktuellen Zustände ist, sondern deren Voraussetzung, die, als Motor vergangener Krisenlösung, inzwischen ihrerseits in der Krise ist. St.Pauli Fischmarkt 27/ St.Pauli.</p>
<p><strong>Die Veranstaltungsreihe zu »Krise und Kritik« wird ausgerichtet von</strong><br />
Kritikmaximierung Hamburg und der Initiative Kritische Gesellschaftswissenschaft (IKGW), in Kooperation mit der <a href="http://www.rls-hamburg.de">Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg</a>.</p>
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		<title>Deutschland? Nie wieder!</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Sep 2008 00:19:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kritik</dc:creator>
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		<category><![CDATA[3. Oktober]]></category>
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		<description><![CDATA[Wie hat eine Kritik an der Nation im Allgemeinen und an Deutschland im Besonderen heute auszusehen? Es diskutieren: Hermann L. Gremliza (konkret), T.O.P. Berlin (»Ums Ganze«-Bündnis), Sinistra! (Frankfurt a.M.) und Gruppe 8. Mai. Moderation: Phase 2. Die von uns mitorganisierte Podiumsdiskussion steht im Rahmen der Veranstaltungsreihe gegen deutsche Einheit. 03.10.2008 &#8211; Uebel &#38; Gefaehrlich (Feldstr. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie hat eine Kritik an der Nation im Allgemeinen und an Deutschland im Besonderen heute auszusehen? Es diskutieren: Hermann L. Gremliza (konkret), T.O.P. Berlin (»Ums Ganze«-Bündnis), Sinistra! (Frankfurt a.M.) und Gruppe 8. Mai. Moderation: Phase 2.</p>
<p>Die von uns mitorganisierte Podiumsdiskussion steht im Rahmen der <a href="http://gegen0310.wordpress.com">Veranstaltungsreihe gegen deutsche Einheit</a>.<br />
<span id="more-8"></span><br />
<strong>03.10.2008 &#8211; Uebel &amp; Gefaehrlich (Feldstr. 66) &#8211; 20 Uhr</strong></p>
<p>Weitere Infos: <a href="http://gegen0310.wordpress.com">gegen0310.wordpress.com</a></p>
<p>Das Feuilleton wird dieser Tage mit einem Kalauer vollgebrochen: Deutschland ist volljährig. Vor genau 18 Jahre trat der Einigungsvertrag in Kraft, der die Auflösung der DDR und die Angliederung von dessen Territorium an die Bundesrepublik Deutschland besiegelte. Ein blumiges Bild ist das: eine junge Nation, die ihre Tage oder den ersten Flaum über der Oberlippe bekommen und verarbeitet hat und mit »Führerschein« und VW Golf selbstbewusst ins ernste Leben rauscht. Bei der Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Grüne) klingt das so: »Deutschland ist volljährig, aber auch noch ein Teenager. Der fühlt sich stark, hat aber noch einiges zu lernen, (&#8230;) kann bis nach Mitternacht in der Disco feiern, muss aber mit dem Kater selber klarkommen (&#8230;). Volljährig sein bedeutet aber auch: Man kann sich endlich mal so richtig das Jawort geben.«</p>
<p>Für die antideutsche bzw. antinationale Linke galt es hingegen in den letzten 18 Jahren, diesen Positivismus zurückzudrängen und einige Basisbanalitäten immer wieder zu betonen, so dass sie heute wie Psalme aus dem Gebetsbuch klingen müssen. Eine dieser Formeln, die Deutschland in den letzten 18 Jahren als stichelnde Erinnerung an den Nationalsozialismus und an Auschwitz begleitet hat, ist unserer Podiumsdiskussion überschrieben. »Deutschland? Nie wieder!«, hat Marlene Dietrich einmal auf die Frage eines Reporters geantwortet, ob sie sich vorstellen könne, nach dem 2. Weltkrieg aus dem us-amerikanischen Exil in einen postnazistische, deutschen Staat zurückzukehren. »Deutschland? Nie wieder!« war in Adaption auch das Motto linksradikaler Demonstrationen und einer Konferenz 1989 und 1990, die den Kristallisationspunkt einer antideutschen Strömung innerhalb der hiesigen Linken darstellte. </p>
<p>18 Jahre gesellschaftskritischer Interventionen gegen den Drang zur Abfertigung oder Instrumentalisierung der Shoa und unzähliger Normalisierungsbestrebungen der deutschen Nation später, wollen wir noch mal einen Blick zurück und einen nach vorn werfen. Es sollen die Metamorphosen Deutschlands, die Entwicklungen oder Verschiebungen der letzten Jahre – vom Kosovokrieg bis zur schwarz-rot-geilen WM – unter der Prämisse diskutiert werden, wie sich die Position zu Deutschland verändert hat oder zu verändern wäre. Wie hat eine treffliche Kritik an der Nation im Allgemeinen und an Deutschland im Besonderen heute auszusehen? Wo liegen die Bruchlinien und Differenzen zwischen einer antideutschen und einer antinationalen Kritik? Diese Fragen sollen am Tag der offiziellen Feierlichkeiten zur »deutschen Einheit« in Hamburg geklärt werden. Zu diesem Zweck haben wir den konkret-Herausgeber und Mitinitiator der »Nie wieder Deutschland«-Kampagne 1989/1990 <strong>Hermann L. Gremliza</strong>, die Gruppe <strong>Theorie Organisation Praxis (T.O.P.) Berlin</strong>, die Frankfurter Assoziation <strong>Sinistra!</strong>, sowie die <strong>Gruppe 8. Mai</strong> eingeladen. Das Gespräch moderiert einE VertreterIn der Zeitschrift <strong>Phase 2</strong></p>
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