<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Kritikmaximierung Hamburg &#187; Flugschriften</title>
	<atom:link href="http://www.kritikmaximierung.de/kategorie/flugschriften/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.kritikmaximierung.de</link>
	<description>Ein neues WordPress-Weblog</description>
	<lastBuildDate>Thu, 02 Sep 2010 08:27:45 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.0.1</generator>
		<item>
		<title>Es darf keine antisemitische Filmzensur in Hamburg geben!</title>
		<link>http://www.kritikmaximierung.de/flugschriften/es-darf-keine-antisemitische-filmzensur-in-hamburg-geben/</link>
		<comments>http://www.kritikmaximierung.de/flugschriften/es-darf-keine-antisemitische-filmzensur-in-hamburg-geben/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 01 Dec 2009 11:59:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kritik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Flugschriften]]></category>
		<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
		<category><![CDATA[Claude Lanzmann]]></category>
		<category><![CDATA[Erklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Warum Israel]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kritikmaximierung.de/?p=218</guid>
		<description><![CDATA[Was sich am Sonntag den 25.10.2009 zwischen 14 und 16 Uhr in der Hamburger Brigittenstraße ereignete, ist schier unfassbar. Das dort ansässige Kino B-Movie wollte in Kooperation mit einer linken Initiative den Film »Warum Israel« von Claude Lanzmann vorführen. Dies hat eine Gruppe von Antiimperialisten und Israelhassern aus dem, im Vorderhaus des Kinos gelegenen, »Internationalistischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was sich am Sonntag den 25.10.2009 zwischen 14 und 16 Uhr in der Hamburger Brigittenstraße ereignete, ist schier unfassbar. Das dort ansässige Kino B-Movie wollte in Kooperation mit einer linken Initiative den <strong>Film »Warum Israel« von Claude Lanzmann </strong>vorführen. Dies hat eine Gruppe von Antiimperialisten und Israelhassern aus dem, im Vorderhaus des Kinos gelegenen, »Internationalistischen Zentrums B5« <strong>mit Drohung, Beleidigung und Gewaltanwendung verhindert</strong>.<span id="more-218"></span></p>
<p>In dem vor Ort verteilten Flugblatt wurde die <strong>Dokumentation außerdem als »zionistischer Propaganda-Film« diffamiert</strong>. Bei »Warum Israel« handelt es sich um einen Film des in Frankreich lebenden Juden Lanzmann, der mit dem Monumentalwerk »Shoah« einen immens wichtigen Beitrag zur Erinnerung an die Opfer des Holocaust geleistet hat. Der Regisseur kämpfte darüber hinaus in der Résistance aktiv gegen den Nationalsozialismus. Über »Warum Israel« von 1973 sagte Lanzmann <em>»Dieser Film hat einen roten Faden, nämlich: Was ist das: Normalität? (&#8230;) Ich zeige in ‚Warum Israel‘, dass die Normalität das eigentlich Anormale ist.«</em> Dies empfinden einige Hamburger »Linke« im Jahr 2009 also als Provokation! </p>
<p>Den Betreibern des B-Movie wurde das Betreten und Öffnen ihres eigenen Kinos untersagt, jedes Gespräch verweigert und statt dessen mit Gewalt gedroht. Das B-Movie war deshalb gezwungen, die Vorstellung abzusagen. Doch selbst nach der Absage wurde das noch vor dem verschlossenen Kino verbliebene Publikum beschimpft (in einem Fall bezeichnenderweise als »Judenschweine«). Überdies wurden Kinobesucher körperlich angegriffen und mindestens drei Gäste durch Faustschläge verletzt. </p>
<p><strong>So etwas darf nicht geschehen!</strong> Nicht nur, dass in die Programmfreiheit Hamburger Kulturschaffender durch Filmzensoren eingegriffen wurde. Es ist unerträglich, dass gerade die Vorführungen einer Dokumentation von Claude Lanzmann und ein Gespräch über sein Werk solchem Treiben zum Opfer fiel.</p>
<p><strong>Wir stellen uns hinter das betroffene Kino und seine Absicht, »Warum Israel« auch in seinen Räumlichkeiten zu zeigen. Die Unterzeichnenden unterstützen die Veranstalter bei der Ausweichvorstellung von »Warum Israel« am 13.12.2009 um 16 Uhr.</p>
<p>Wir verurteilen solche Formen von Kulturzensur, jeden Antisemitismus und Israelhass!</strong></p>
<p><strong>Erstunterzeichner (01.12.2009)</strong>: Claude Lanzmann, Filmemacher, Paris • Dr. Christine Achinger, University of Warwick • Sharon Adler, Herausgeberin AVIVA-Berlin • Jan Philipp Albrecht, MdEP, Grüner Europaabgeordneter für Hamburg • Arachne • Arbeitsgemeinschaft Neuengamme – Deutsche Vereinigung der Überlebenden des KZ Neuengamme • Mickey Aron, Berlin • Arbeitskreis Distomo • Associazione Delle Talpe, Bremen • Audiolith Records • B_Books, Berlin • BAK Shalom der Linksjugend [‘solid] • Dr. Ralf Balke, Historiker und Publizist • Beatpunk Webzine • Volker Beck, MdB, Bündnis 90/Die Grünen • Roger Behrens, Autor • Prof. Dr. Russell Berman, Stanford University • Anat Bleiberg, Leiterin der Sozialabteilung, Jüdische Gemeinde zu Berlin • Prof. Dr. Gabriel Brahm, Central European University, Budapest • Prof. Dr. Micha Brumlik, Universität Frankfurt/M. • Sebastian Brux, Journalist • Byte.FM • Prof. Dr. Detlef Claussen, Universität Hannover • Margit Czenki, Filmemacherin • Karl-Heinz Dellwo, Filmemacher • Arnaud Desplechin, Regisseur, Paris • Prof. Diedrich Diederichsen, Akademie der Bildenden Künste, Wien • Franziska Drohsel, Bundesvorsitzende der Jusos • Christian Duncker, Assistent für Kommunikation und Organisation • Thomas Ebermann, Publizist • Prof. em. Dr. Wolfgang Eismann, Universität Graz • Almut Engelien, Hörfunkjournalistin • Gabriela Fenyes, Journalistin • Johanna Fischle • Freie ArbeiterInnen Union (FAU) Hamburg • Freies Sender Kombinat (FSK) • Thierry Frémaux, Künstlerischer Leiter der Filmfestspiele in Cannes • Fluten • Stefanie Galla • Nicola Galliner, Festivalleiterin, Jewish Film Festival Berlin • Patrick Gensing, Journalist • Ralph Giordano, Schriftsteller, Köln • Shelly Gottlieb, Frankfurt • Romain Goupil • Eva-Deborah und Uwe Granzow • Prof. Dr. Michael Th. Greven, Universität Hamburg • Dr. Elvira Grözinger, Universität Potsdam • Prof. em. Dr. Karl E. Grözinger, Universität Potsdam • Halle für Kunst Lüneburg • Hate Mag • Shimrit Härtl, Vorsitzende der DIG München • Friedrich Hansen, Gabriel Riesser Stiftung, London • Stefan Hensel, Vizepräsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft • Prof. Dr. Jeffrey Herf, University of Maryland • Ruben Herzberg, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Hamburg • Brigitte Jaques, Regisseurin, Paris • Jan Jetter, Bildungsrefrent der Arbeitsgemeinschaft freier Jugendverbände / Störungsmelder • Pascal Jurt • Anetta Kahane, Vorsitzende der Antonio-Amadeu-Stiftung • Sven-Christian Kindler, MdB, Bündnis 90/Die Grünen • Serge und Beate Klarsfeld, Les Fils et Filles des Deportés Juifs de France, Paris • Dr. Martin Kloke, Berlin • Andreas Koch, Vorstand Yad Achat • Konkret – Magazin für Politik und Kultur • Dr. Karin König, Hamburger Institut für Sozialforschung • Jan Korte, MdB, Die Linke • Hans-Jürgen Köster, Buchladen Männerschwarm • Regine und Hinrich Krahnstöver • Dr. Wolfgang Kraushaar, Hamburger Institut für Sozialforschung • Prof. Dr. Sven Kramer, Universität Lüneburg • Mary Kreuzer, Autorin • Matthias Küntzel, Politikwissenschaftler • Werner Labisch, Verbrecher Verlag • Sergey Lagodinsky, Sprecher des Arbeitskreises Jüdischer Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten • LAK Shalom der Linksjugend [‘solid], Hamburg • Dr. Klaus Lederer, Die Linke-Landesvorsitzender, Berlin • Lesbisch Schwule Filmtage Hamburg • Bernard Henry Lévy, Philosoph, Paris • LIGNA, Künstlergruppe • Ulrike Litschel • Dr. Bella Luirik, Wissenschaftliche Gesellschaft bei der Jüdischen Gemeinde zu Berlin • Christoph Lütgert, Chefreporter Fernsehen, NDR • Prof. Dr. Viktor Mairanowski, Wissenschaftliche Gesellschaft bei der Jüdischen Gemeinde zu Berlin • Prof. Dr. Andrei S. Markovits, University of Michigan • Dr. Heinz Maaß, Karlsruhe • Meerwert Platten • Adelheid Meyner • Missy Magazine • Dr. Sonja Mönkedieck, Catholic Charities, New York • NPD-Blog.info • Cem Özdemir, Bundesvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen • Opak Magazin • Thomas von der Osten-Sacken, Publizist, Frankfurt a.M. • Diethard Pallaschke, Scholars for Peace in the Middle East (Deutschland) • Petra Pau, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Die Linke • Peggy Parnass, Publizistin • Prof. Dr. Anton Pelinka, Central European University, Budapest • Rosa Perutz, Antinationale Künstlergruppe • Lilia Rosenstock Alfaro • Teile des Plenums der Roten Flora • Maximilian Pichl, Mitglied im Bundesvorstand der Grünen Jugend • Polittbüro • Prof. Dr. Moishe Postone, University of Chicago • re[h]tro-frauentag bei FSK • Lars Rensmann, Ph.D., University of Michigan • Angela Richter, Theaterregiesseurin • Nicolas Saada, Journalist und Filmemacher, Paris • Levi Salomon, Beauftragter der Jüdischen Gemeinde zu Berlin für die Bekämpfung des Antisemitismus • Hans Martin Schäfer • Winfried Schebesch, Vorsitzender der Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg • Helmut Schert • Thomas Schmidinger, Vorsitzender der IG externe LektorInnen und freie WissenschafterInnen, Wien • Schroeter und Berger, Büro für Lösungen • Prof. Dr. Stefanie Schüler-Springorum, Direktorin des Instituts für Geschichte der deutschen Juden • Julia Seeliger, taz online • Wolfgang Seibert, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Pinneberg • Spex – Magazin für Popkultur • Prof. Dr. Gerhard Stapelfeldt, Universität Hamburg • Sibylle Stoler • Jörg Sundermeier, Verbrecher Verlag • Lala Süsskind, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin • Prof. Dr. Valery Tatarsky, Wissenschaftliche Gesellschaft bei der Jüdischen Gemeinde zu Berlin • Testcard • Tocotronic • Serge Toubiana, Direktor der Cinémathèque française • Prof. Dr. Christoph Türcke, Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig • Übel&#038;Gefährlich • Prof. em. Dr. Barbara Vogel, Universität Hamburg • Michael Vogel, Richter i.R. • Prof. Dr. Gerard Wajcman, Autor, Psychoanalytiker, Professor, Université Paris 8, Paris • Florian Waldvogel, Direktor des Kunstvereins in Hamburg • Dr. Jeff Weintraub, Political Sociologist, University of Pennsylvania • Dalia Wissgott-Moneta • Elke Wittich, Journalistin, Berlin • Daniella Wutz und Familie • Prof. Dr. Svetlana Zhukowa, Wissenschaftliche Gesellschaft bei der Jüdischen Gemeinde zu Berlin •</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.kritikmaximierung.de/flugschriften/es-darf-keine-antisemitische-filmzensur-in-hamburg-geben/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Laiendarsteller schlagen sich durch</title>
		<link>http://www.kritikmaximierung.de/flugschriften/laiendarsteller-schlagen-sich-durch/</link>
		<comments>http://www.kritikmaximierung.de/flugschriften/laiendarsteller-schlagen-sich-durch/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 25 Oct 2009 19:27:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kritik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Flugschriften]]></category>
		<category><![CDATA[B-Movie]]></category>
		<category><![CDATA[Claude Lanzmann]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[Kino]]></category>
		<category><![CDATA[Warum Israel]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kritikmaximierung.de/?p=163</guid>
		<description><![CDATA[Aufführung eines Films des »Shoah«-Regisseurs Claude Lanzmann durch das internationalistische Zentrum B5 in Hamburg verhindert Am heutigen Sonntag, den 25.10.2009, war im Hamburger Programmkino b-movie eine Vorführung des Claude Lanzmann Films »Warum Israel« anberaumt, die in Kooperation der Gruppe Kritikmaximierung und dem Kino stattfinden sollte. Der Nachmittag war als Auftakt zu regelmäßigen Veranstaltungen gedacht, mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Aufführung eines Films des »Shoah«-Regisseurs Claude Lanzmann durch das internationalistische Zentrum B5 in Hamburg verhindert</strong></p>
<p>Am heutigen Sonntag, den 25.10.2009, war im Hamburger Programmkino b-movie eine Vorführung des Claude Lanzmann Films »Warum Israel« anberaumt, die in Kooperation der Gruppe Kritikmaximierung und dem Kino stattfinden sollte. Der Nachmittag war als Auftakt zu regelmäßigen Veranstaltungen gedacht, mit denen wir gesellschaftskritische Filme einem breiteren Publikum zugänglich machen wollen. Etwa 70 Menschen folgten unserer Einladung und durften statt »Warum Israel« einer gruseligen Agit-Prop-Bastel-Darbietung der antiimperialistischen Nachbarschaft beiwohnen. Das im Vorderhaus des b-movie befindliche internationalistische Zentrum B5, die »Sozialistischen Linken (SoL)« und die »Tierrechts-Aktion Nord (TAN)« ließen es sich nicht nehmen, dem Kino ihre Programmpolitik zu diktieren und mit Drohung und Gewalt den vorgesehenen Verlauf des Nachmittags zu verhindern. <span id="more-163"></span>Dieser bewaffnete Haufen setzte kurzerhand den Film des Antifaschisten Claude Lanzmann ab. Lanzmann ist ein in Paris lebender Jude, Mitglied der Resistance und langjähriger Freund von Jean-Paul Sartre und Simon de Beauvoir. Er gab über Jahre die Zeitschrift »Les Temps Modernes« heraus, in der er u.a. Stellung gegen den französischen Algerienkrieg bezog. »Warum Israel« war sein erster – im Jahr 1972 fertiggestellter – Film. Lanzmanns zweites Werk ist die noch weit bekanntere Dokumentation »Shoah«, die ein Mahnmal für die ermordeten europäischen Jüdinnen und Juden darstellt. Bei »Warum Israel« handelt es sich um eine Annäherung des Regisseurs an und seine Reflexion auf den jungen jüdischen Staat, des Zufluchtsorts vor dem weltweiten Antisemitismus.</p>
<p><strong>Absurdes Theater</strong><br />
Schon weit vor Filmbeginn hatten sich ca. 15 AntiimperialistInnen vor der Toreinfahrt zum b-movie platziert; im Laufe des Nachmittags sollten es noch wesentlich mehr werden. Das Hoftor war verbarrikadiert und mit einem Transparent in Form eines Militärfahrzeugs verhängt, auf dem u.a. »tear down the apartheidwall« zu lesen war. AntiimperalistInnen mit schwarzen Holzmaschinengewehren und Bundeswehrjacken mit aufgeklebten Israelfahnen patroullierten davor und machten die Szenerie komplett. Aufgeführt wurde das Straßentheaterstück »Israelischer Checkpoint in der Brigittenstraße«. Das B5-Klientel verteilte dabei abstruse Flyer gegen den Film und seine VeranstalterInnen und teilte geifernd mit, dass Lanzmanns »Warum Israel« heute und hier nicht gezeigt werde. Sowohl den b-movie-BetreiberInnen, Kritikmaximierung, als auch den Kinogästen wurde ausgesprochen eskalativ begegnet. Überdies wurde das Kinopublikum gefilmt, abfotografiert und beobachtet. Aufgrund dieses Settings sah sich das b-movie in Absprache mit uns gezwungen, die Veranstaltung abzusagen. Die aggressive Situation war damit jedoch nicht aufgelöst. So wurden noch vor dem b-movie verbliebene Kinogäste in eine Rangelei verwickelt. Die KleindarstellerInnen der B5 machten sich umgehend kampfbereit und brachten in der folgenden, körperlichen Auseinandersetzungen Prügelhandschuhe, ein Fahrradschloß, einen Gürtel und einen Mundschutz zum Einsatz. Die antiimperialistischen Gewaltfanatiker riefen dabei u.a. »Judenschweine«, »Nazis raus« und »Schwuchteln«. Dabei wurden einige unserer BesucherInnen durch Schläge ins Gesicht verletzt. Der rasende Hass auf Israel lässt bei den selbsterklärten Linken aus einem Vorderhaus in der Hamburger Brigittenstraße offensichtlich alle Sicherungen durchbrennen.</p>
<p><strong>Unsere Absage an die B5</strong><br />
Eine Durchsetzung der Veranstaltung war unter den gegebenen Bedingungen zu keiner Zeit möglich. Der B5 den Skandal zu vermitteln, den es bedeutet, die Aufführung von Filmen eines antifaschistischen Regisseurs und Holocaust-Überlebenden zu verhindern, war und bleibt aussischtslos, weil sie schlicht keiner vernünftigen Diskussion zugänglich sind und seit Jahren bestätigen, wie aktuell das Problem des linken Antisemitismus ist. Das Vorgehen der protestierenden InternationalistInnen war einzig auf Konfrontation angelegt. Auf diese einzugehen war mit unserem Anliegen der Vorführung von »Warum Israel« nicht vereinbar. Gegenüber unseren Gästen wäre es unverantwortlich gewesen, sich weiter auf den irrsinnigen Gewaltkurs einzulassen.</p>
<p><strong>Für uns ist es nicht hinnehmbar, dass die politisch bedeutungslose und notorisch blindwütige B5 mitsamt ihrem Umfeld diktiert, welche Veranstaltungen wann und wo in Hamburg stattfinden. Für uns ist es nicht hinnehmbar, dass wir, unsere FreundInnen und Gäste bedroht oder angegriffen werden. Die Vorführung von »Warum Israel« wird alsbald nachgeholt.</strong></p>
<p>Kritikmaximierung Hamburg<br />
25.10.2009</p>
<p><strong><a href="http://www.kritikmaximierung.de/aktuelles/reaktionen-auf-die-verhinderung-von-warum-israel/">Reaktionen</a></strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.kritikmaximierung.de/flugschriften/laiendarsteller-schlagen-sich-durch/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Schluss mit dem Theater! Paradise No!</title>
		<link>http://www.kritikmaximierung.de/flugschriften/paradise-no/</link>
		<comments>http://www.kritikmaximierung.de/flugschriften/paradise-no/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 04 Jun 2008 00:16:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kritik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Flugschriften]]></category>
		<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
		<category><![CDATA[Nahost-Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Paradise Now]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kritikmaximierung.de/?p=6</guid>
		<description><![CDATA[»Und ich legte die Geldrolle auf einen kleinen Wandtisch im Korridor, neben dem ihr Stuhl angelangt war, verbeugte mich und ging. ’Solch ein Unsinn!’ hörte ich die Bábuschka mir nachrufen.« – Dostojewski Zehn Euro. Dafür bekommt man zwei warme Mahlzeiten in einer beliebigen Pizzeria auf dem Schulterblatt, Blumen für die Liebsten, ein Buch oder eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>»Und ich legte die Geldrolle auf einen kleinen Wandtisch im Korridor, neben dem ihr Stuhl angelangt war, verbeugte mich und ging. ’Solch ein Unsinn!’ hörte ich die Bábuschka mir nachrufen.«</em><br />
– Dostojewski</p>
<p>Zehn Euro. Dafür bekommt man zwei warme Mahlzeiten in einer beliebigen Pizzeria auf dem Schulterblatt, Blumen für die Liebsten, ein Buch oder eine Flasche guten Wein. Man kann sein Geld allerdings auch an einer Theaterkasse verpulvern. Vielleicht irritierender Weise hat man mit dieser Handreichung allerdings eine güldene Erkenntnis entgegen zu nehmen: Der Erwerb einer »Paradise Now«-Eintrittskarte war bzw. wäre eine der dümmsten Optionen des Warentauschs.<br />
<span id="more-6"></span><br />
Bei dem folgenden Stück handelt es sich um eine Theateradaption des Kinofilms »Paradise Now« von Hany Abu-Assad und Bero Beyer. Die französisch-niederländisch-deutsche Co-Produktion erzählt die Geschichte der Freunde Said und Kaled, zweier junger Palästinenser, denen mit ihrem Leben nichts besseres einfällt, als es mit Sprengstoffgürteln aufzumunitionieren. Verzweiflung und Hilflosigkeit treibe sie dazu, sich und unzählige andere Menschen in den Tod zu reißen – so die Diktion des Films. Der Regisseur Abu-Assad findet das nachvollziehbar: »Ich bin gegen die Tötung von Menschen, und ich will das stoppen. Aber ich verurteile die Selbstmordattentäter nicht. Für mich ist das eine sehr menschliche Reaktion auf eine extreme Situation.« Die Misslichkeit, Extremsituationen durchstehen zu müssen und ein entsprechendes Gefühl der Verzweiflung werden jedoch unzählige Menschen auf der Welt kennen. Der eine leidet Hunger oder muss die Folgen von Naturkatastrophen schultern, die andere wird politisch verfolgt oder lebt auf der Straße. Gleichwohl gibt es keine Weltgesellschaft der Selbstmordattentäter. In schlimmen Lebenslagen geht man zwar verständlicherweise an die Decke, aber jagt nicht sich und andere in die Luft! </p>
<p>Dass sich Frauen und Männer aus dem Westjordanland und dem Gaza-Streifen  dazu entscheiden, in israelischen Universitäten, Diskos, Restaurants und Linienbussen schreckliche Blutbäder anzurichten, hat weniger mit Verzweiflung zu tun. Ganz im bedauerlichen Einklang mit weiten Teilen der westlichen Kulturlandschaft betreibt man mit einer solchen These nichts anderes als die Rationalisierung des Irrationalen. Denn »Paradise Now« als Film unterschlägt die Virulenz des Judenhasses, des Antisemitismus, der als globales Phänomen einen jüdischen Staat erst hat notwendig werden lassen und der ihn seit seiner Gründung pausenlos bedroht und begleitet. Denn Israel ist nicht nur der Ort, an dem Jüdinnen und Juden erstmals den »aufrechten Gang« gehen (Jean Améry) und über ihr Schicksal selbstbestimmt entscheiden konnten. Es fungiert vornehmlich als einzig sicherer Hafen, der Schutz vor den nach wie vor weltweit grassierenden antisemitischen Rasereien bietet. Anlässlich seines 60. Geburtstags, an dem Israel mit einem erleichterten Seufzer den erstrittenen und verteidigten Fakt seiner Existenz als Gemeinwesen feiert, schickt ein deutsches Theaterensemble keine Glückwünsche, sondern inszeniert wider besseren Wissens eine Selbstmordattentäter-Apologie. Den »politisch kontrovers diskutierten Film ’Paradise Now’« (Zitat aus der Ankündigung des Stückes) mag das Schauspielhaus Hamburg bereits wegen des Attributs »kontrovers« als Werbeslogan. Statt nun aus den, anlässlich des cineastischen Auswurfs vorgebrachten guten Gründen die Finger von diesem Stoff zu lassen, will man ihn lieber »einem jungen Publikum zur Diskussion stellen« (ebd.). Nur was soll dort eigentlich diskutiert werden? Wieviel Verständnis Jihadisten entgegen gebracht werden kann und wieviel Judenmord zulässig ist? Selbstmordanschläge zur Verhandlungssache zu erklären, statt sie ohne wenn und aber zu verurteilen, ist ein Skandal.</p>
<p>Und der Skandal geht weiter: denn trotz des Ortes der Filmhandlungen – Said und Kaled zog es mit ihren TNT-Hosenträgern gerade nach Tel Aviv – lässt die Theaterankündigung sogar jede Erwähnung des Staates vermissen, dessen Bürgerinnen und Bürger real und auf der Leinwand von Suicide Bombern bedroht sind. Israel wird aus dem Setting der Aufführung gestrichen und an seine Stelle in postmoderner Beliebigkeit ich, du und wir alle gesetzt. So betont das Junge Schauspielhaus, dass es sein Stück »an einem besonderen Spielort [inszeniert], wo die Geschichte der Attentäter – angesichts der allgegenwärtigen ’Terrorgefahr’ – letztlich auch enden könnte: in einer szenigen Location mitten in Europa.« Dadurch wird das wohlig-schaurige Imago evoziert, man würde sich im »hippen« Aqarium der »Hamburger Botschaft« der gleichen Gefahr aussetzen wie in einem Bus zwischen Jerusalem, Tel Aviv und Haifa. Aber selbst wenn sich das Junge Schauspielhaus neben diesem gewiss gern erhaschten Effekt in Ansehung der jüngsten islamistischen Anschläge von London oder Madrid ernsthaft um eine Aktualisierung bzw. Erweiterung ihres Stoffes bemüht haben sollte, taumelt es zielsicher an jeder Analyse und notwendiger Positionierung vorbei. Wollte der Film »Paradise Now« schon vom Antizionismus und Antisemitismus nichts wissen, meidet das Schauspielhaus überdies noch jeden Gedanken an Antiamerikanismus und Islamismus wie der Teufel das Weihwasser. Was in der aufgemachten »verstörend[en] und faszinierend[en] [...] Perspektive der Täter« um den Preis ihres Verlustes unterschlagen werden musste, ist die als Programm der Vernichtung ausagierte anti-aufklärerische Ideologie. </p>
<p>Sie als Grundbedingung des politischen Selbstmordattentats auf den Begriff zu bringen ist für dessen Verständnis unabdingbar und sei hier in aller Kürze nachgeholt. Der ideologische Überbau der Täter gewinnt seine Konturen über eine gescheiterte Verarbeitung der modernen Welt; insbesondere der sie prägenden Einrichtungen unter dem Diktat des Kapitals, das folgenreich auch den Bereich des Politischen wie des Privaten durchzogen und geprägt hat. Das empfundene eigene Unbehagen unter den Verhältnissen erkennt den Kapitalismus nun aber nicht als einen sozialen Prozess, der eine übersubjektive Ordnung etabliert, in der alles nur dem Zwecke der Kapitalakkumulation dient, die letztlich also nur sich selbst als letzten Zweck hat – sondern macht leibliche Personen für ihren Lauf verantwortlich.</p>
<p>Ebenso wie das Hinwegfegen vormoderner Gesellschaften, die Entschleierung der Mythen, sowie die Globalisierung von Libertinage und Hedonismus – kurz die Emanzipation des Einzelnen zum bürgerlichen Subjekt – als erfreuliches Abfallprodukt des Kapitalismus der »westlichen Kultur« oder den »amerikanischen Kreuzfahrern« zum Vorwurf gereicht, so sind hauptsächlich Jüdinnen und Juden Ziel- und Wahnbild des Hasses. Der Antisemitismus imaginiert sich »den Juden« als den alles zersetzenden Blutsauger, der sich die Welt Untertan macht, um von Wall Street und Weltbank den »Völkern der Welt« ohne Grund das Letzte abzupressen. Die weltumspannende Herrschaft des Kapitals verdampft in den Händen der Antisemitinnen und Antisemiten zur »jüdischen Weltverschwörung«. Zu recht wiesen Theodor W. Adorno und Max Horkheimer darauf hin, bei den Jüdinnen und Juden handele es sich um »die Gruppe, die praktisch wie theoretisch den Vernichtungswillen auf sich zieht, den die falsche gesellschaftliche Ordnung aus sich heraus produziert. Sie werden vom absolut Bösen als das absolut Böse gebrandmarkt.«</p>
<p>Entgegen aller legitimierender und wohlmeinender Behauptungen des deutschen gesellschaftlichen Mainstreams handelt es sich nun auch beim Antizionismus, dem Ressentiment gegen Israel, nicht um einen ehrbare Parteinahme in einem völkerrechtlichen Disput zwischen einem bestehenden Staat und einem Staat in Gründung, sondern hauptsächlich um eine Reproduktion des antisemitischen Furors in den Begriffen und der Sphäre des Politischen. Nicht mehr das Bild des ökonomisch parasitären Juden ist hier dominierend, sondern parasitär, zersetzend und künstlich ist der jüdische Staat Israel. Der Antisemitismus ist im Antizionismus enthalten, wie das Gewitter in der Wolke (Jean Améry). </p>
<p>Statt verständelnder Verzweiflungsrhetorik wäre eine Kritik des Vernichtungswahns der Selbstmordattentäter und ihres ideologischen Fundaments notwendig gewesen. In Zeiten aber, in denen der Kulturbetrieb das gesellschaftliche Unbewußte reproduziert statt zu pointieren und zu kritisieren, ist vom Theater nichts anderes zu erwarten als die Witterung der Gefahr im allgemeinen Konsens und Konformität auf jeder Ebene: Aus Tätern werden Opfer gemacht.</p>
<p><strong>Kritikmaximierung Hamburg<br />
02.06.2008 </strong></p>
<p><a href='http://www.kritikmaximierung.de/wp-content/uploads/paradise_no.pdf'><em>Layoutversion als PDF zum Download!</em></a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.kritikmaximierung.de/flugschriften/paradise-no/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
